
Zukunft braucht Erinnerung: Ehrung für Julius Goldstein
Er galt als "klügster Kopf der Weimarer Republik": Der Darmstädter Kultur- und Technikphilosoph Prof. Julius Goldstein (1873-1929), zeitlebends ein großer Kämpfer gegen den Antisemitismus und engagierter liberaler Demokrat. Tragisch: Obwohl er sich von Darmstadt aus in ganz Deutschland für die volle Gleichberechtigung der Deutschen jüdischen Glaubens stark machte, wurde er selbst Zielscheibe übelster antisemitischer Angriffe. Die damalige deutschnationale TH-Leitung verweigerte ausgerechnet ihm, dem Universalgelehrten Julius Goldstein unter fadenscheinigen Vorwänden die Berufung zum hauptamtlichen Professor. Zugleich lief eine von Judenhass geprägte Rufmordkampagne gegen Goldstein, die sogar Eingang in den Hessischen Landtag fand (damals in Darmstadt). Erst die Pro-Goldstein-Kampagne Wilhelm Leuschners verhalf Julius Goldstein zu einem angemessenen Lehrstuhl - gegen den Willen der erbosten TH-Leitung. Fast 100 Jahre nach Goldsteins Tod erfolgt nun im Zeichen des 150jährigen Jubiläums der Liberalen Synagoge 2026 und des 88. Jahrestags der Novemberpogrome 1938 die überfällige Ehrung dieses zu Unrecht vergessenen sozialliberalen Denkers, der für die Anerkennung der Menschenwürde kämpfte, gegen Hass und Hetze: Am Montag, 9. November 2026, 11 Uhr weiht Darmstadts OB Hanno Benz unter dem Motto Zukunft braucht Erinnerung die neue Gedenktafel des Fördervereins Liberale Synagoge ein. Ort: Gedenkstätte Liberale Synagoge, Klinikumsgelände, an der Menora, Zugang Bleichstr. Höhe Gagernstr. Teilnahme kostenlos. Außerdem reden: Daniel Neumann (Jüdische Gemeinde Darmstadt), Sven Axt (Klinikums-Geschäftsführer) und Martin Frenzel (Initiator vom Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt). Musik: Irith Gabriely, Queen of Klezmer.
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